1990, New York. Ich wollte nach Hause berichten, was ich erlebte, aber Briefe dauerten zu lange und Worte fühlten sich umständlich an. Also habe ich mir eine Kamera gekauft. Seitdem ist nie weit weg.
Was mich an Fotografie fasziniert? Dass Bilder so leicht, so nebensächlich daherkommen, aber ihre wirkliche Bedeutung sich oft erst viel später erschließt. Dass es um Farben geht, die zusammenpassen. Um Licht. Um Ästhetik, die ich liebe: schwarz-weiß, analog, reduziert.
Das Fotografieren von Menschen ist für mich ein Kennenlernen, ein Zusammensein.
Ich bin dabei nicht die hinter der Kamera, sondern eigentlich ist die Kamera eine Verlängerung von mir. Die Bilder sind meine Sprache, meine Love Language. Über die Jahre durfte ich viele besondere Momente im Leben von Frauen begleiten: Hochzeiten, die ersten Tage mit einem Neugeborenen, Familien. Es ist ein Geschenk, Menschen in diesen Phasen fotografieren zu dürfen.
Heute begleite ich vor allem Frauen meiner Generation - Gen X, die einen Neustart wagen oder sich und ihr Business jetzt einfach mehr zeigen wollen.