Personal Branding Shooting in München für Bild für Über Mich Seite

Welche ‘Version’ von dir gehört auf deine Über-Mich-Seite

June 12, 2026

Personal Branding & Markenauftritt

Stell dir vor, du setzt dich hin, um deine neue Über-Mich-Seite zu schreiben. Du öffnest ein leeres Dokument, tippst “Über mich” oben rein und merkst nach drei Sätzen, dass du nicht so richtig weißt, wo du anfangen sollst.

Mit 25 wäre das vielleicht einfacher gewesen, weil es da noch nicht so viel zu erzählen gab. Mit 50 gibt es plötzlich drei oder vier Versionen von dir, die alle irgendwie wichtig sind: die Studierte, die ehemalige Angestellte, die Mutter, die selbstständige Beraterin, die jetzt neu Positionierte. (Ich gehe da übrigens auch durch, das ist hier kein Blick von außen.) Welche dieser Versionen gehört eigentlich auf diese Seite?

Darum geht es im dritten und letzten Teil meiner kleinen Website-Serie, nachdem ich vorher über die Standortbestimmung als Anfang und über das Zusammenspiel von Foto und Text geschrieben habe.

Beim Schreiben der Über-Mich-Seite passieren zwei Dinge besonders oft. Entweder die Seite wird zur kompletten Lebensgeschichte, mit allen Stationen, allen Wechseln, allen kleinen Anekdoten. Das fühlt sich beim Schreiben ehrlich an, weil ja alles wahr ist, was da steht. Für die Leserin wirkt es aber leicht überwältigend, vor allem in den ersten Sekunden, in denen sie eigentlich nur herausfinden möchte, ob du das Richtige für sie tun kannst.

Oder es passiert das Gegenteil: die Seite wird sehr knapp und fast distanziert. Da steht dann sowas wie “Ich arbeite seit zehn Jahren mit Frauen in Veränderung”, drei Stationen aus dem Lebenslauf, fertig. Das fühlt sich beim Schreiben professionell an, weil es nicht zu viel “Ich” ist, aber für die Leserin entsteht so kein Bild davon, mit wem sie eigentlich gleich Kontakt aufnehmen würde.

Beide Versionen sind im Grunde Symptome derselben Frage, die im Vorfeld nicht beantwortet wurde, nämlich der nach deiner Positionierung. (Auch hier zeigt sich wieder, warum der erste Schritt aus Teil 1 dieser Serie so wichtig ist).

Wenn jemand auf deiner Über-Mich-Seite landet, hat sie meistens eine ziemlich spezifische Frage im Kopf: kannst du mir helfen, oder nicht. Mehr nicht. Sie ist nicht da, um deine Biografie zu lesen, sie ist da, um in dreißig Sekunden zu spüren, ob du verstehst, was sie gerade braucht.Das heißt aber nicht, dass die Seite trocken sein muss, im Gegenteil. Was deine Leserin spüren möchte, ist, dass du jemand bist, der weiß, wo sie gerade steht. Und das funktioniert am besten über Andeutungen und ausgewählte Geschichten, nicht über Vollständigkeit. (Es gibt eine alte Faustregel, die ich mal in einem ganz anderen Kontext für Fotografinnen geschrieben habe und die hier eigentlich auch gilt: deinen Kundinnen ist es egal, wie du deinen Kaffee trinkst).

Welche Version von dir auf die Über-Mich-Seite gehört, ist deshalb eine ganz klare Frage: die Version, die für die Arbeit, die du heute machst, am meisten Sinn ergibt, und die zu der Frau passt, die du in der Standortbestimmung beschrieben hast. Alle anderen Versionen dürfen Hintergrund bleiben, dürfen vielleicht in einem einzigen Satz mitschwingen, aber sie sind nicht die Hauptfiguren.

Was dabei oft rausfliegt: Stationen, die heute nichts mehr mit deiner Arbeit zu tun haben. Das ist für viele Frauen das Schwerste, weil diese Stationen ja zu ihnen gehören und ihnen damals viel bedeutet haben. Aber die Über-Mich-Seite ist nicht der Ort, an dem du alles wertschätzen musst, was dich gemacht hat. Sie ist der Ort, an dem du der Leserin in wenigen Absätzen zeigst, warum du genau die Richtige bist für das, was sie sucht.

Wenn du gerade vor diesem Schritt stehst und nicht weißt, wo du anfangen sollst, dann beantworte für dich kurz die folgenden drei Fragen:

Erstens: was muss eine Leserin nach dem Lesen wirklich über dich wissen, damit sie sich entscheiden kann, ob sie mit dir arbeiten möchte.

Zweitens: welche zwei oder drei Stationen aus deinem Leben sind für genau diese Entscheidung relevant. Welche tragen zu deiner heutigen Position bei, und welche sind nur biografisch interessant.

Drittens: wenn du dich beim Schreiben dabei ertappst, dich zu erklären oder zu rechtfertigen, was machst du da gerade. Wem gegenüber. Und ist das wirklich nötig, oder zeigt sich darin vielleicht, dass du selbst noch nicht ganz in deiner aktuellen Position angekommen bist.

Die dritte Frage ist die unangenehmste, aber meistens die produktivste. Eine Über-Mich-Seite, in der sich die Schreibende noch erklärt, klingt anders als eine, in der sie einfach steht. Letzteres ist das Ziel.

Falls dir das alles bekannt vorkommt und du merkst, dass deine Über-Mich-Seite gerade entweder zu voll oder zu leer ist, oder dass sie aus einer beruflichen Phase stammt, die gar nicht mehr deiner Situation entspricht, dann lass uns in einem Kennenlerngespräch sprechen. Da können wir gemeinsam anschauen, wie und an welcher Stelle ich dich unterstützen kann.

KENNENLERNGESPRÄCH VEREINBAREN


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